Aktuelles


Gespräch Baukultur vor Ort, Verein „baudenkmal bundesschule bernau e.V.“ am 27.03.2017

Foyer des MeyerWitwerBau der Bundesschule Bernau

Am 27.03.2017 fand, organisiert von der brandenburgischen Architektenkammer, das 5. Gespräch „Baukultur vor Ort“ in der Bundesschule Bernau statt. Hieran hat Dipl.-Ing. Wolfram Lisowski (ÖbVI aus Bernau) als Gast teilgenommen. Zunächst wurde in einer einstündigen Führung das Baudenkmal von Friedemann Seeger, dem Vereinsvorsitzenden des „baudenkmal bundesschule bernau e.V.“ und von Winfried Brenne, dem begleitenden Architekten vorgestellt. Anschließend fand eine Podiumsdiskussion mit den beiden erstgenannten, sowie dem Bürgermeister der Stadt Bernau André Stahl, und dem Baudezernenten der Stadt Bernau Jürgen Jankowiak statt.

überdachte und lichtdurchflutete Glasgang

Auf seiner 41. Sitzung des Welterbekomitees der UNESCO an 9. Juli 2017 in Krakau wurde entschieden, dass die Bauhaus-Welterbestätten um die ehemalige Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes erweitert wurde. Herzlichen Glückwunsch!


Neue Bauordnung Brandenburg

Die neue brandenburgische Bauordnung 2016 wurde im Amtsblatt veröffentlicht. Sie trat zum 1. Juli 2016 in Kraft.

Besonderheiten aus Sicht des öffentlich bestellten Vermessungsingenieurs (ÖbVI)

Abstandsflächenrecht

Da das Abstandsflächenrecht sehr komplex ist, möchte ich nur einige wesentliche Neuerungen herausgreifen

Baulasten

Bisher wurde die öffentliche Erschließung von Grundstücken über sogenannte „beschränkt persönliche Dienstbarkeiten zu Gunsten des Landkreises“ im Grundbuch gesichert. Diese Grundbucheintragungen werden durch Baulasten ersetzt. Nach einigen Erfahrungen, die wir gesammelt haben, sind für den Baulastantrag folgende Unterlagen einzureichen:

  1. je Baulast vier Planauszüge (gesiegelt vom ÖbVI)
  2. je Baulast eine Einverständniserklärung zur Übernahme der Baulast des Grundstückseigentümer auf dem die Baulast liegt (belastetes Grundstück)
  3. aktueller Grundbuchauszug
  4. aktueller Auszug aus der Liegenschaftskarte

 Informationen zur Novellierung der HOAI

 


Abstandsflächen nach der Brandenburgischen Bauordnung

Bei der Planung eines Bauvorhabens sollte beachtet werden, dass das neue Gebäude sowohl von den Grundstücksgrenzen als auch von vorhandenen Gebäuden Mindestabstände einhalten muss.
Der § 6 der brandenburgischen Bauordnung regelt hierbei die sogenannten Abstandsflächen. Diese kann man sich als mathematischen Schattenwurf der Gebäudewände bzw. einzelner Gebäudeteile vorstellen. Jede Außenwand wirft dabei ihren eigenen Schatten: das kann man sich wie eine Schachtel vorstellen, deren Seitenwände auf den Boden verkürzt umgeklappt wurden. Die einzelne Abstandsfläche wird dabei mit einem Faktor (meist 0,4) der Höhe der jeweiligen Außenwand eines Gebäudes berechnet. Mindestens beträgt sie 3,00 Meter. Abstandsflächen sollen sich nicht überdecken – damit ergibt sich zwischen zwei Gebäuden ein Mindestabstand von 2 x 3,0 = 6,0 m.
Nebengebäude ohne Aufenthaltsräume und ohne Feuerstätten sind ohne Abstandsflächen an den Grundstücksgrenzen und in den Abstandsflächen eines Gebäudes auf dem gleichen Grundstück zulässig. Häufig handelt es sich dabei um Garagen, Carports oder Schuppen. Dabei ist zu beachten: das Nebengebäude darf insgesamt nicht höher als 3,0 m und an der Grenze nicht länger als 9,0 m sein.

Die Bauordnung ist eine sehr komplexe Rechtsvorschrift. Manche Restriktionen sind für den Laien schlecht erkennbar und manchmal kaum nachvollziehbar. Daher ist es oft sinnvoll, bereits in einer frühen Planungsphase einen Vermessungsingenieur mit der Erstellung eines Lageplanes als Grundlage für alle Überlegungen zu beauftragen. Bei weitergehenden Fragen erreichen Sie uns unter der Telefonnummer: 03338/367 88 22

Auszug Amtlicher Lageplan

Auszug Amtlicher Lageplan

 


Der Amtliche Lageplan zum Bauantrag

Mancher Bauherr hat die folgende Situation schon erlebt: Der Bauantrag ist beim Bauamt abgegeben. In Kürze wird die Baugenehmigung erwartet. Die Kündigung für die alte Wohnung ist bereits erfolgt. Nun fordert das Bauamt noch Unterlagen nach; unter diesen auch einen Amtlichen Lageplan. Lag nicht bereits der Architektengrundriss und die Flurkarte den Unterlagen bei? Warum, so werden Sie fragen, benötige ich da noch einen Amtlichen Lageplan ?

Grundlage dieser Forderung ist die Bauvorlagenverordnung. Hier ist geregelt, welche Unterlagen dem Bauantrag beizufügen sind. Seit 1998 ist der Amtliche Lageplan, erstellt durch einen Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur, obligatorischer Bestandteil des Antrages. Auch nach der neuen Bauvorlagenverordnung von 2016 ist der Amtliche Lageplan vorzulegen.

Der Lageplan bildet die für die Beurteilung des Bauvorhabens erforderlichen Sachverhalte hinsichtlich ihrer Lage auf dem Grundstück oder in direkter Nachbarschaft maßstäblich ab. Im Gegensatz zu den Unterlagen des Architekten, die vor allem das geplante Bauvorhaben darstellen, enthält der Amtliche Lageplan in erster Linie Angaben über bereits vorhandene Tatsachen. Hierzu zählen die vorhandenen Bebauungen, Befestigungen des Bodens, Zäune und Hecken, Bäume, Höhenangaben und Erschließungsanlagen wie Schieber, Schächte, Elektrokästen – also die Topographie des Grundstücks.
Wesentlicher Bestandteil des Amtlichen Lageplanes sind die Angaben des Liegenschaftskatasters. Hierzu gehören die Grundstücksgrenzen, die Flurstücksnummern, die Grenzlängen und die Angabe der Nachbareigentümer, aber auch Angaben zu planerischen Festsetzungen der Gemeinde aus Bebauungsplänen oder Innenbereichssatzungen. Im Projekteintrag wird das geplante Bauvorhaben nachrichtlich aus den Architektenunterlagen übernommen, die Lage zu den Grundstücksgrenzen festgelegt und die Abstandsflächen berechnet und eingezeichnet.

Die besondere Bedeutung des Amtlichen Lageplanes ergibt sich aus seiner gesamtheitlichen Darstellung aller grundstücksbezogenen Tatsachen, die das Bauvorhaben beeinflussen oder von diesem betroffen sind. Es wird ein Bezug zwischen der tatsächlichen Örtlichkeit, den rechtlichen Gegebenheiten und den geplanten Bauabsichten hergestellt.

Wer hat nicht schon vom Streit zwischen Nachbarn gehört, bei dem sich herausstellt, dass der Zaun seit Jahren falsch steht und das neue Haus nun nur noch zwei Meter von der gemeinsamen Grenze entfernt ist. Eine Abrissverfügung droht. Hier hätte der Amtliche Lageplan vorher Rechtssicherheit geschaffen, da das nachbarliche Abstandsmaß aus den tatsächlichen Grenznachweisen abgeleitet wird.
Sinnvoll ist es, wenn bereits zu Beginn der Planungsphase ein Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur hinzugezogen wird.

Bei Fragen erreichen Sie uns unter der Telefonnummer: Tel: 03338/3678822